Roland Rainer war einer der bekanntesten Architekten und Stadtplaner der Nachkriegsmoderne in Österreich. Die Stadthalle in Wien (1958), die Wohnsiedlung Puchenau bei Linz (1965–2000) und das ORF-Zentrum in Wien (1968–1974) zählen zu seinen Bauten. Weniger bekannt ist, dass er bereits 1936, zwei Jahre vor dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich 1938, nach Berlin ging und sich in den Dienst der Deutschen Akademie für Städtebau, Reichs- und Landesplanung (DASRL) stellte, die praktisch und theoretisch Albert Speer, dem Generalbauinspektor der Reichshauptstadt, unterstellt war. Folglich war er nicht nur durch seine frühe Mitgliedschaft in der NSDAP, sondern auch durch seine Praxis kaum nur durch Opportunismus in das nationalsozialistische System eingebunden. Er entwickelte seine zentralen Theorien zu Städtebau und Architektur bereits in den frühen 1940er Jahren an der DASRL. In dieser Zeit konzipierte und schrieb er zusammen mit seinen Kollegen Johannes Göderitz und Hubert Hoffmann die erste Fassung von Die gegliederte und aufgelockerte Stadt, die 1945 erschien und in ihrer zweiten Fassung von 1957 zu einem Standardwerk im deutschsprachigen Raum wurde (Bild 01).
Ambivalenzen der Moderne
Der Architekt und Stadtplaner Roland Rainer zwischen Diktatur und Demokratie
Projektleitung: Angelika Schnell
Beteiligte
– Ingrid Holzschuh (Lead Researcher)
– Waltraud P. Indrist (Lead Researcher)
– Susanne Rick
– Monika Platzer
Kooperationspartner*innen:
– Akademie der bildenden Künste Wien
– AzW – Architekturzentrum Wien
Laufzeit: 01/2022 bis 05/2025
Fördergeber: FWF – Österreichischer Wissenschaftsfonds
weiterführende Informationen →
Hinweis: Der Beitrag wurde wie alle anderen von den Autor:Innen selbst veröffentlicht. Es sind persönliche Beiträge, die nicht der Position der Gesellschaft für Architekturtheorie entsprechen müssen. Für alle Veröffentlichungen gilt das gemeinsame Redaktionsstatut.
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