Gesellschaft für Architekturtheorie

Gesellschaft für Architekturtheorie

Ambivalenzen der Moderne

Der Architekt und Stadtplaner Roland Rainer zwischen Diktatur und Demokratie

Projektleitung: Angelika Schnell

Beteiligte
– Ingrid Holzschuh (Lead Researcher)
– Waltraud P. Indrist (Lead Researcher)
– Susanne Rick
– Monika Platzer

Kooperationspartner*innen:
– Akademie der bildenden Künste Wien
– AzW – Architekturzentrum Wien

Laufzeit: 01/2022 bis 05/2025

Fördergeber: FWF – Österreichischer Wissenschaftsfonds

Roland Rainer war einer der bekanntesten Architekten und Stadtplaner der Nachkriegsmoderne in Österreich. Die Stadthalle in Wien (1958), die Wohnsiedlung Puchenau bei Linz (1965–2000) und das ORF-Zentrum in Wien (1968–1974) zählen zu seinen Bauten. Weniger bekannt ist, dass er bereits 1936, zwei Jahre vor dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich 1938, nach Berlin ging und sich in den Dienst der Deutschen Akademie für Städtebau, Reichs- und Landesplanung (DASRL) stellte, die praktisch und theoretisch Albert Speer, dem Generalbauinspektor der Reichshauptstadt, unterstellt war. Folglich war er nicht nur durch seine frühe Mitgliedschaft in der NSDAP, sondern auch durch seine Praxis kaum nur durch Opportunismus in das nationalsozialistische System eingebunden. Er entwickelte seine zentralen Theorien zu Städtebau und Architektur bereits in den frühen 1940er Jahren an der DASRL. In dieser Zeit konzipierte und schrieb er zusammen mit seinen Kollegen Johannes Göderitz und Hubert Hoffmann die erste Fassung von Die gegliederte und aufgelockerte Stadt, die 1945 erschien und in ihrer zweiten Fassung von 1957 zu einem Standardwerk im deutschsprachigen Raum wurde (Bild 01).

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Abb.1: Vergleich Cover der Fassungen 1945 (links) und 1957 (rechts): Johannes Göderitz, Roland Rainer, Hubert Hoffmann, Die gegliederte und aufgelockerte Stadt